Gemeinsam durch die Corona-Krise: So unterstützen Leser aus aller Welt ihre Medien mit Contributions

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Stellen Sie sich vor, Sie könnten jeden Artikel bei ihrem Lieblingsmedium lesen. Ohne Paywall, die sie erst einmal überwinden müssen. Sie zahlen, wenn sie wollen und was Sie wollen. Würden Sie dieses Medium unterstützen?

Viele Leser sind dazu bereit und unterstützen seit Jahren die Online-Auftritte der deutschen Tageszeitung taz und des britisch-stämmigen Guardian mit solchen freiwilligen Zahlungen, auch Contributions genannt. Besonders seit Beginn der Coronapandemie wachsen diese Contributions stetig. Aber nicht nur bei den beiden Medien – immer mehr Medienhäuser setzen in der derzeitigen Krise auf dieses Modell und feiern mit freiwilligen Zahlungen Erfolge.

Der Standard: Von null auf 6.000 in wenigen Wochen

Der österreichische Standard setzt seit Herbst 2019 auf Contributions. Nach einer längeren Testphase bei den aktiven Nutzern seiner Community, rollte die Tageszeitung das Angebot über das gesamte Medium hinweg im Januar 2020 aus. Das Resultat: In den ersten vier Monaten stieg die Zahl der freiwillig Zahlenden um 5.500 Zahlende. In dem Zeitraum hat der Standard 160.000 Euro eingenommen. Und das alles quasi mit Kaltstart: Im Dezember 2019 lag das Angebot bei 600 Zahlenden und knapp 20.000 Euro Contributions. Den gesamten Case hat Markus Schöberl für pv digest aufbereitet und dem LaterPay Blog zur Verfügung gestellt.

LaterPay Contributions: Wachstum verzehnfacht

Auch über verschiedene Medien hinweg zeigt sich der Gemeinschaftsgedanke: Über alle LaterPay-Kunden hinweg, die Contributions bei sich einsetzen, haben wir im April ein Wachstum von 1.186 Prozent verzeichnet (verglichen mit dem Januar 2020). Die freiwilligen Zahlungen haben sich also mehr als verzehnfacht! Und dabei zahlen die Leser freiwillig mehr, als sie für ein Abo aufwenden müssten: Im Schnitt 30 Euro, die größte Zahlung betrug sogar 463 Euro.

Guardian US: 50.000 neue dauerhafte Unterstützer im April

Ähnliches berichtet Evelyn Webster, CEO des US-Guardian, in einem Podcast-Interview mit Digiday. Der US-Guardian erhält vor allem einmalige Contributions, die Unterstützer kommen aber immer wieder. Und erst im April verpflichtete sich ein Leser, das Medium jeden Monat mit 500 US-Dollar zu unterstützen.

Webster ist überzeugt, dass die Pandemie das Wachstum der freiwilligen Zahlungen, das 2019 den Guardian erstmals seit 20 Jahren schwarze Zahlen schreiben ließ, beschleunigt: „There is absolutely no doubt that that is what’s driving the current trend. We hit 114 million browsers in March, and that was an increase [of] 80 to 90 percent on the prior month and about 160% on the prior year.” Dieser Trend gilt für das gesamte Guardian-Angebot: Allein im April verzeichnete der Guardian mehr als 50.000 neue regelmäßige Unterstützer. Zum Vergleich: Das durchschnittliche monatliche Wachstum im letzten Jahr belief sich auf knapp 14.000 neue Contributer.

Reisefachmedium Skift: 33 Dollar pro Webinar

Auch das Reisefachmedium Skift, das seine von langer Hand vorbereitete Metered Paywall verworfen und in Corona-Zeiten kurzerhand durch ein Contributions-Angebot ersetzt hat, feiert die Ergebnisse dieses Schritts: Im ersten Monat verzeichnete Skift „bedeutsame Zusatzumsätze im sechsstelligen Bereich". Statt der Events, die bisher rund 40 Prozent der Einnahmen ausmachten, bietet Skift zudem Webinare an. Und für diese zahlen Teilnehmer freiwillig im Schnitt 33 Dollar. Allein für ein Seminar im März zum Thema Geschäftsreisen fanden sich 3.000 Teilnehmer. Der durchschnittlich bezahlte Betrag waren 37 Dollar. Das wären in Summe über 100.000 Dollar Umsatz aus freiwilligen Nutzerzahlungen für ein einziges Webinar! Mehr dazu hat Markus Schöberl in einem Beitrag für pv digest berichtet, den es auch auf dem LaterPay Blog zu lesen gibt.

Mediengruppe Archant und Local Media Association starten Contributions

Von dem Erfolg anderer Medienmarken beflügelt, hat die britische Archant Mediengruppe im März ebenso die Einführung von Contributions verkündet. Zur Mediengruppe gehören nahezu 50 Lokalmedien in ganz Großbritannien. “I believe this works well on The Guardian and TNE because readers of those titles care passionately about their existence, and are actually delighted to have the opportunity to help keep them going. They don’t find it onerous. They are glad to contribute”, sagte Chief Content Officer Matt Kelly in seiner Ankündigung. “The same should be true of all our local titles. We keep our communities supplied with important content. It costs us a lot of money to do this, and none of our titles – none of them – have a god-given right to eternal existence. If the community values us and wants us to keep on doing what we do, we have to give them the wherewithal to help us do that.”

Auch die Local Media Association startet ein eigenes Angebot – den COVID-19 Local News Fund. Zu diesem Programm können sich unabhängige, familiengeführte Medienunternehmen anmelden. „If you believe your community and your audiences value the local journalism you do, believe it’s vital to a functioning democracy, and would be devastated if it were gone, it is important to level with them about needing help to get through the economic crisis brought on by the COVID-19 pandemic“, kündigt die LMA das Programm auf ihrer Website an. Der Fund soll die Contributions für verschiedene Lokalmedien bündeln und so lokalen Journalismus überall in den USA durch die herausfordernde Zeit bringen.

Wir sind überzeugt: Contributions sprechen das Wir-Gefühl Ihrer Leser an.

Statt sich gezwungen zu fühlen, ein Abo abzuschließen, fühlen sie sich eingeladen einen Beitrag zu Ihrer journalistischen Arbeit zu leisten, anderen Lesern mit weniger finanziellen Mitteln den freien Zugang zu Ihren Inhalten zu ermöglichen und Ihren Betrieb mit zu erhalten. Das passt perfekt in den Zeitgeist der Pandemie. Gemeinschaft ist der Wert der Stunde, und das mit einer Strahlkraft für die nächsten Jahre: Medien, die ihn jetzt ihren Lesern gegenüber leben, binden diese an sich, auch für andere Bezahloptionen wie das Abo.


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