Das Contributions-Modell bei der taz erlebt durch Corona einen Push

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Gut informiert zu sein und Zugang zu verlässlichen Quellen zu haben, ist gerade in Zeiten von Corona unerlässlich. Seit dem Ausbruch der Pandemie sind die Nutzerzahlen auf den Internetseiten der Tageszeitungsverlage stark gestiegen, so auch bei der taz, wie die Zahlen der IVW belegen.
Dem Verlag gelang es – nach eigenen Angaben – allein im März 21.850 neue Leser zu gewinnen. Das sind dreimal so viel wie sonst monatlich. Viele Medien kämpfen in der gegenwärtigen Krise jedoch mit sinkenden Print-Auflage sowie weniger Einnahmen durch Werbung. Bei der tageszeitung setzt man allerdings schon länger auf ein Contributions-Modell, bei dem Leser den Verlag durch freiwillige Zahlungen unterstützen können. Damit trafen die Berliner offenbar den Nerv der Zeit. 

Die taz hat mit zahl.ich bereits seit 2011 ein Contributions-Modell aufgebaut, das ihren Journalismus systematisch und nur auf Freiwilligkeit basierend finanziert. Mit Erfolg: Viele Leser sind dazu bereit und unterstützen seit Jahren die Online-Auftritte der deutschen Tageszeitung taz mit solchen freiwilligen Zahlungen. Besonders seit Beginn der Corona-Pandemie wachsen diese Contributions stetig. Im März hat der Verlag 136.048,69 Euro hierüber eingenommen. Davon stammen 111.267 Euro von wiederkehrenden Zahlern, also treuen taz-Lesern. Zum Vergleich: Die Jahreseinnahmen 2019 beliefen sich insgesamt auf 1.235.998,17 Euro.

tzi_Einnahmen-2011-2019(Bild und Quelle: taz)

Leser werden zu solidarischen Unterstützern

Statt einer traditionellen Paywall haben die taz-Leser die Wahl, ob sie den Verlag mit einer freiwilligen Zahlung unterstützen und wenn ja, wie hoch diese ausfällt. Der Verlag hält es mit der Devise: Gemeinschaftlich durch die Krise, einander unterstützend (mit Information oder eben mit Geld) statt zur Zahlung zwingend. In der Corona-Krise gilt dies im besonderen Maße. Im März haben die zahlenden taz-Leser den Verlag im Schnitt mit 5,61 Euro pro Nutzer unterstützt. 2019 lag dieser Betrag im Jahresdurchschnitt bei 5,58 Euro. Auch hier gibt es also einen kleinen Zuwachs zu verzeichnen. Doppelt so hoch wie in den Vormonaten waren mit 24.781,62 Euro zudem die einmaligen Contributions im März

Die Welt braucht guten, unabhängigen Journalismus – in Krisenzeiten mehr denn je. Guter, unabhängiger Journalismus braucht allerdings auch zahlende Unterstützer. Die taz zeigt, wie sie mit Hilfe von Contributions ihre Leserschaft aktiviert und sie als Teil einer Bewegung anspricht. Dieser Schritt mag aus Sicht anderer Medien radikal anmuten, hat sich aber für die linkspolitische Tageszeitung aber gelohnt. Der Verlag hat es geschafft, Bindungen zu ihren Lesern aufzubauen sowie neue Nutzer zu aktivieren, die sich solidarisch zeigen und die Qualität der redaktionellen Beiträge zu honorieren wissen. Hierauf lässt sich weiter aufbauen. 


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