Möglichkeiten der API-Integration von LaterPay

Inhalteanbieter haben mehrere Möglichkeiten, LaterPay auf ihren Webseiten zu integrieren. Für das populäre Content-Management-System WordPress bieten wir beispielsweise ein Plugin an, mit dem LaterPay mit wenigen Handgriffen im Backend integriert werden kann. Sollte Eure Webseite nicht auf WordPress basieren oder Ihr feststellen, dass Ihr gerne andere Szenarien mit LaterPay realisieren oder Anpassungen – beispielsweise an Euer Theme – vornehmen möchtet, die über die Möglichkeiten des Plugins hinausgehen, habt Ihr die Möglichkeit, direkt über die API mit LaterPay zu arbeiten.

Dazu bieten wir Libraries in verschiedenen Programmiersprachen an. Das sind Bibliotheken, die die Nutzung unserer API in den verschiedenen Programmiersprachen angenehmer machen.

Für eine API-Integration stehen drei grundsätzliche Optionen zur Verfügung, die jeweils Vor- und Nachteile haben, wie wir im folgenden Artikel darlegen.

Option 1: Der einfachste Weg
Der einfachste Weg: Wenn ein Nutzer auf der Seite einen LaterPay-Beitrag ansehen möchte, wird von Eurem Server der gesamte Inhalt geladen: z. B. ein Teaser, der Volltext und der LaterPay-Kaufbutton. Der Volltext wird zunächst mit CSS ausgeblendet – er ist aber nach wie vor im Quelltext der Seite vorhanden. Der Browser (Client) fragt beim LaterPay-Server an, ob der Nutzer die Berechtigung hat, diesen Inhalt zu sehen – also ob er ihn bereits gekauft hat. Wenn der LaterPay-Server positiv antwortet, werden Teaser und LaterPay-Button entfernt und der Volltext eingeblendet.

Diese Integration ist technisch vergleichsweise unaufwändig und daher für Händler mit sehr geringem Zeitaufwand zu realisieren. Server-seitige Anpassungen werden nur in sehr geringem Umfang benötigt, nur client-seitig müssen Änderungen vorgenommen werden. Statische Seiten können nach wie vor von dem Performance-Gewinn durch CDNs oder andere Caching-Systeme profitieren, da jeder Besucher exakt dieselbe Seite ausgeliefert bekommt. Da der Inhalt der Seite vollständig im Quelltext vorhanden ist, können auch Suchmaschinen und Reader die kostenpflichtigen Inhalte durchsuchen – aber auch Nutzer haben leicht die Möglichkeit, auf den Volltext im Quelltext zuzugreifen. Nachteil dieser Option ist also, dass die Gefahr unberechtigter Zugriffe auf die kostenpflichtigen Inhalte groß ist.

Option 2: Ein einfacher und sicherer Weg
Die zweite Option besteht darin, nicht den vollständigen Seiteninhalt auszuliefern, sondern zunächst nur den Teaser und den LaterPay-Button. Anders als in Option 1 liegt der Volltext also nicht von Anfang an im Quelltext der Seite vor. Der Browser sendet nun eine Anfrage an den LaterPay-Server. Wenn der Nutzer die Berechtigung zum Lesen des Inhaltes hat, wird der Volltext nachgeladen und anstelle des Teasers und des LaterPay Buttons angezeigt.

Hierfür sind kleine Anpassungen auf der Server-Seite und Änderungen auf der Client-Seite nötig. Mit großer Wahrscheinlichkeit bliebt auch hier das Caching unberührt. Suchmaschinen haben nur noch Zugriff auf den Teaser-Inhalt, nicht mehr auf den vollständigen Inhalt. Der Teaser muss also richtig gewählt werden, um Reichweitenverluste zu verhindern. Anders als in Option eins ist es nahezu ausgeschlossen, dass Nutzer unberechtigt Zugriff auf einen kostenpflichtigen Inhalt erhalten, weil der Volltext immer erst nach einer erfolgreichen Anfrage beim LaterPay-Server nachgeladen wird.
Diese Option ist technisch aufwändiger zu realisieren als Option 1, daher ist der Gesamtaufwand für die Integration höher, also die Zeit, bis ein Händler nach der Entscheidung für den Einsatz von LaterPay das System im Livebetrieb verwenden kann, auch ein wenig länger. Durch das Nachladen der Inhalte ist diese Option auch etwas langsamer. Allerdings sind so die Inhalte vor unberechtigtem Zugriff geschützt.

Option 3: Tiefenintegration
Die dritte Option ist eine Tiefenintegration auf dem Anbieter-Server. Hierbei übernimmt nicht der Browser des Nutzers, sondern Euer Server die Kommunikation mit dem LaterPay-Server. Wenn der Nutzer eine Seite bei Eurem Server anfragt, sendet dieser zunächst eine Anfrage an den LaterPay-Server. LaterPay antwortet dann, ob der Besucher den Inhalt schon gekauft hat oder nicht. Wenn der Nutzer die Berechtigung zum Betrachten einer Seite hat, wird der Volltext ausgeliefert. Falls nicht, werden LaterPay-Button und Teaser ausgeliefert.

Die Anpassungen für diese Option sind umfangreicher und betreffen sowohl die Server- als auch die Client-Seite. Der Gesamtaufwand ist daher von allen drei Optionen hier die größte. Die vorhandenen Caching-Strategien müssen gegebenenfalls angepasst werden, da für jeden Nutzer vor der Auslieferung einer Seite überprüft werden muss, ob er den Inhalt bereits gekauft hat oder nicht. Wie auch in der zweiten Option ist es ausgeschlossen, dass ein Nutzer unberechtigt auf den kostenpflichtigen Inhalt zugreift, weil dieser nur angezeigt wird, wenn durch den LaterPay-Server bestätigt wird, dass der Inhalt gekauft wurde.
Auch in der dritten Option ist nur der Teaser für Suchmaschinen zugänglich. Diese Option ist die flexibelste und sicherste Lösung, da Euer Webserver die Kommunikation zum LaterPay-Server übernimmt und eine Manipulation praktisch ausgeschlossen ist. Dieser Sicherheit und Flexibilität steht jedoch ein höherer Implementierungsaufwand gegenüber.

Wichtiger Hinweis
Auch, wenn es technisch möglich ist (vor allem in Option drei), sollte unbedingt davon abgesehen werden, an Suchmaschinen (Bots) den Volltext und an reguläre Nutzer nur Teaser und LaterPay-Button auszuliefern. Dieses Verhalten (= der Nutzer sieht etwas anderes als ein Bot) wird als Cloaking bezeichnet und führt bei Entdeckung häufig zu einer dauerhaften Löschung einer Seite aus dem Google Index oder zumindest zu einer starken Verschlechterung der Positionierung in den Suchergebnissen. Stattdessen sollte ein aussagekräftiger Teaser ausgeliefert werden, den Suchmaschinen- und Reader-Bots erfassen und verteilen können und der zum Kauf bzw. Lesen des Volltextes einlädt. Dann sind auch keine Reichweiteneinbußen zu befürchten.

Wie sich der Verkauf von Bezahlinhalten auf die Suchmaschinenoptimierung auswirkt, könnt Ihr hier in einem separaten Blogeintrag nachlesen.